Peptide kaufen: das Glossar der Begriffe, die auf jeder Produktseite stehen
HPLC, COA, lyophilisiert, Flächenprozent, Gegenion, Aliquot — die zwanzig Begriffe, ohne die eine Produktseite nicht lesbar ist.
Produktseiten für Forschungspeptide sind dicht und setzen Vokabular voraus, das außerhalb des Labors selten vorkommt. Wer die Begriffe nicht sicher zuordnet, überliest genau die Angaben, auf die es ankommt. Die folgenden zwanzig decken praktisch jede Produktseite in diesem Markt ab.
Ausführliche Einträge zu den einzelnen Substanzen stehen im Peptid-Lexikon. Hier geht es um die Begriffe der Spezifikationstabelle und des Analysezertifikats. Sie wiederholen sich auf jeder Seite und sind damit einmal zu lernen.
Lyophilisiert, Vial, Kuchen
Lyophilisiert heißt gefriergetrocknet: Das Peptid wird aus einer gefrorenen Lösung im Vakuum getrocknet und bleibt als trockener Feststoff zurück. Ein Vial ist das versiegelte Glasfläschchen, in dem es geliefert wird. Der Feststoff selbst wird häufig als Kuchen bezeichnet, weil er die Form des gefrorenen Volumens behält.
Ein kompakter Kuchen ist das erwartete Erscheinungsbild; loses Pulver deutet auf einen unterbrochenen Prozess hin. Deshalb steht das Erscheinungsbild als eigene Zeile in der Spezifikationstabelle. Es ist die einzige Angabe, die sich ohne Gerät prüfen lässt.
HPLC, Flächenprozent, Gradient
HPLC steht für Hochleistungsflüssigchromatographie und trennt ein Gemisch nach Wechselwirkung mit einer Säule. Flächenprozent bezeichnet den Anteil der detektierten Peakfläche, der auf den Hauptpeak entfällt. Der Gradient ist der zeitliche Verlauf des Lösungsmittelgemischs während der Trennung.
Ein flacher Gradient trennt besser und meldet niedrigere, ehrlichere Werte; ein steiler lässt benachbarte Substanzen zusammenfallen. Deshalb ist eine Prozentzahl ohne Gradientenangabe nicht vergleichbar. Die Zusammenhänge beschreibt Qualität und Prüfverfahren.
LC-MS, theoretische und gemessene Masse
LC-MS koppelt die chromatographische Trennung an ein Massenspektrometer und bestimmt die Masse der getrennten Bestandteile. Die theoretische Masse ergibt sich rechnerisch aus der Summenformel. Stimmt die gemessene mit ihr überein, ist die Identität bestätigt.
Die HPLC beantwortet also, wie viel vom Hauptpeak stammt, die LC-MS, ob der Hauptpeak die gesuchte Substanz ist. Beide Angaben gehören auf dasselbe Zertifikat. Eine Reinheitszahl ohne Identitätsbestätigung ist unvollständig.
COA, Charge, Chargennummer
COA steht für Certificate of Analysis, auf Deutsch Analysezertifikat. Eine Charge ist die Menge, die in einem Arbeitsgang abgefüllt wurde und dieselbe Prüfung durchlaufen hat. Die Chargennummer ist die Kennung, die beide verbindet.
Ein Zertifikat ohne Chargennummer verbindet die Ware mit keiner Messung und ist damit wertlos. Der Abgleich zwischen Etikett und Dokument ist die wichtigste Minute nach dem Wareneingang. Die Übersicht steht unter Analysezertifikate.
CAS-Nummer, Summenformel, Molekulargewicht
Die CAS-Nummer ist eine weltweit eindeutige Registriernummer für chemische Substanzen. Die Summenformel gibt die Atomzusammensetzung an, das Molekulargewicht die daraus berechnete Masse in Gramm je Mol. Mischungen haben keine einzelne CAS-Nummer, weil sie keine einzelne Substanz sind.
Ohne Molekulargewicht lässt sich aus einer Einwaage keine molare Konzentration berechnen. Bei Kronen Peptides wird es aus der Summenformel berechnet statt separat gespeichert, damit beide nicht auseinanderlaufen können. Die Umrechnung übernimmt der Rekonstitutions-Rechner.
Gegenion, TFA, Massenanteil
Synthetische Peptide liegen häufig als Salz vor, meist als Trifluoracetat. Das Gegenion trägt zur eingewogenen Masse bei, absorbiert aber bei der HPLC-Wellenlänge nicht und taucht in der Flächenreinheit deshalb nicht auf. Der Massenanteil an Peptid kann dadurch deutlich unter der Flächenreinheit liegen.
Für die Konzentrationsberechnung ist deshalb der auf dem Zertifikat ausgewiesene Gegenionanteil maßgeblich. Wer ihn ignoriert, setzt systematisch zu wenig Wirksubstanz ein. Der Effekt ist bei allen Substanzen derselben Klasse gleichgerichtet und fällt deshalb im Vergleich nicht auf.
Rekonstitution, Stammlösung, Aliquot
Rekonstitution bezeichnet das Auflösen des lyophilisierten Feststoffs in einem Lösungsmittel, üblicherweise bakteriostatischem oder sterilem Wasser. Die entstehende Lösung ist die Stammlösung, aus der Verdünnungen angesetzt werden. Ein Aliquot ist ein abgeteiltes Teilvolumen dieser Lösung.
Aliquotiert wird vor dem ersten Einfrieren, damit jedes Teilvolumen genau einen Einfrier-Auftau-Zyklus durchläuft. Andernfalls durchläuft die gesamte Stammlösung so viele Zyklen wie es Versuche gibt. Bakteriostatisches Wasser steht als eigener Artikel im Katalog.
RUO, In vitro, Referenzstandard
RUO steht für Research Use Only, also ausschließliche Forschungsverwendung. In vitro bezeichnet Arbeiten außerhalb eines lebenden Organismus, typischerweise in Zellkultur oder im Reagenzglas. Ein Referenzstandard ist eine Substanz mit dokumentierter Identität und Reinheit, gegen die gemessen wird.
Diese drei Begriffe zusammen beschreiben, was in diesem Katalog verkauft wird und was nicht. Keine der Substanzen ist ein Arzneimittel oder für eine Anwendung am Menschen bestimmt. Der vollständige Katalog steht unter Peptide kaufen.