Vorgemischte Präparationen ansetzen: Dosierung über die Komponentenmasse
Warum die Gesamtmasse nicht ausreicht, wie sich die Konzentration je Komponente berechnet und wann Einzelsubstanzen die bessere Wahl sind.
Eine vorgemischte Präparation lässt sich nicht wie eine Einzelsubstanz dosieren, weil die relevante Größe nicht die Gesamtmasse ist, sondern die Masse je Komponente. Diese steht auf dem Chargenzertifikat und nicht auf dem Etikett. Wer mit der Gesamtmasse rechnet, dosiert jede Komponente falsch.
Der Fehler ist verbreitet und leicht zu vermeiden. Er hat zugleich eine Konsequenz für die Beschaffung: Ohne Komponentenangabe ist eine Mischung im Assay nicht verwertbar. Die folgenden Punkte beschreiben die Rechnung und die Alternativen.
Die Rechnung
Bei einer 70-mg-Mischung aus drei Komponenten mit 50, 10 und 10 Milligramm ergibt eine Rekonstitution in sieben Millilitern nicht eine Konzentration, sondern drei: rund 7,1, 1,4 und 1,4 Milligramm je Milliliter. Die Gesamtkonzentration von 10 Milligramm je Milliliter ist für den Assay ohne Bedeutung. Relevant ist die Konzentration je Komponente.
Für die molare Konzentration wird jede Komponente durch ihr eigenes Molekulargewicht geteilt. Die Werte je Komponente stehen in der Spezifikationstabelle — siehe etwa GLOW. Der Rekonstitutions-Rechner rechnet je Komponente. Ein gemeinsamer Mittelwert der Molekulargewichte ist an dieser Stelle ein häufiger und schwer zu entdeckender Rechenfehler.
Warum die Angabe chargenbezogen ist
Das Verhältnis wird beim Abfüllen festgelegt und kann zwischen Chargen abweichen. Deshalb steht es auf dem Zertifikat und nicht in der Katalogbeschreibung. Eine Katalogangabe würde bei jeder neuen Charge veralten.
Für die Praxis heißt das: Bei jedem Chargenwechsel die Komponentenmassen neu ablesen. Die Zusammenhänge stehen im Artikel zu Analysezertifikaten für Mischungen.
Der Vergleich gegen Einzelkomponenten
Eine Mischung beantwortet, was gemeinsam geschieht, nicht welcher Anteil auf welche Komponente entfällt. Dafür braucht es die Einzelsubstanzen im selben Ansatz. Ohne diesen Vergleich ist ein beobachteter Effekt nicht zuzuordnen.
Die Einzelkomponenten aller geführten Mischungen stehen als eigene Produkte im Katalog. Bei KLOW sind das vier. Der Vergleichsansatz ist der Standardaufbau in diesem Bereich.
Wann die Mischung die bessere Wahl ist
Wenn ein konstantes Verhältnis über viele Ansätze reproduziert werden soll und der einzelne Beitrag nicht die Frage ist. Die Präparation liefert dann Konstanz ohne zusätzlichen Pipettierschritt. Das ist ein realer Vorteil.
Wenn dagegen der Beitrag einer Komponente die Fragestellung ist, führt kein Weg an den Einzelsubstanzen vorbei. Die Entscheidung fällt vor der Bestellung. Das Peptid-Lexikon ordnet die Komponenten je Mischung ein.
Das Verhältnis selbst herstellen
Aus Einzelsubstanzen lässt sich jedes gewünschte Verhältnis ansetzen, und zwar dokumentiert und reproduzierbar. Der Mehraufwand ist ein zusätzlicher Pipettierschritt je Ansatz. Der Gewinn ist vollständige Kontrolle über die Zusammensetzung.
Für Arbeiten, in denen das Verhältnis variiert werden soll, ist das der einzige gangbare Weg. Die Rechnung übernimmt der Rekonstitutions-Rechner je Komponente.
Löslichkeit bei Mischungen
Die Löslichkeit richtet sich nach der am schlechtesten löslichen Komponente. Eine Mischung kann deshalb bei einer Konzentration trüben, bei der jede Einzelkomponente noch klar wäre. Das ist beim Ansetzen zu berücksichtigen.
Die Angabe in der Spezifikationstabelle bezieht sich auf die Mischung als Ganzes. Die Zusammenhänge stehen im Artikel zur Löslichkeit.
Kupferhaltige Mischungen
Enthält die Mischung einen Kupferkomplex, gelten dessen Handhabungsregeln für die gesamte Präparation: Lichtschutz und chelatfreier Puffer. Die Blaufärbung ist entsprechend schwächer als beim reinen Komplex. Sie bleibt ein Prüfmerkmal.
Betroffen sind unter anderem GLOW und KLOW. Die Besonderheiten stehen im Artikel zu Kupferpeptiden.
Was ins Protokoll gehört
Die Komponentenmassen der verwendeten Charge, das Rekonstitutionsvolumen und die resultierende Konzentration je Komponente. Drei Angaben statt einer. Ohne sie ist der Ansatz nicht reproduzierbar.
Bei einer Publikation gehören dieselben Angaben in den Methodenteil, weil der Produktname allein nicht ausreicht. Die Zusammenhänge stehen im Artikel zu Zertifikat und Publikation.
Die Regel in einem Satz
Bei Mischungen wird je Komponente gerechnet, nicht über die Gesamtmasse. Die Werte stehen auf dem Chargenzertifikat und ändern sich mit der Charge. Alles andere folgt daraus.
Wo der Beitrag einzelner Komponenten die Frage ist, sind Einzelsubstanzen die sauberere Wahl. Der Katalog führt beide — siehe Peptide kaufen.